Südsteiermark

Südsteiermark Rebenland Leutschach

Krönungsfestakt der Steirischen Hopfenkönigin

Sonntag, 22. August 2010
ab 11 Uhr am Hauptplatz Leutschach

Von Mühle zu Mühle die Vergangenheit erahnen

Mühlen gehörten in den verschiedensten Erscheinungsformen und Größen noch bis vor wenigen Jahrzehnten zum selbstverständlichen Landschaftsbild. Sie waren unabdingbar für die tägliche Versorgung mit Getreideproduktion und Viehfutter. Nahezu jeder größere Bauer, so er Zugang zu einem Wasserlauf hatte, verfügte selbst über eine kleine Hausmühle. Andere nutzten die Dienstleistungen der größeren Maut- oder Lohnmühlen, wo man Getreide vermahlen lassen konnte.

Das "Historisch-topographische Lexikon der Steiermark" aus dem Jahr 1822 erwähnt an über 1100 Wasserläufen des Landes, zu dem dazumal auch noch die heute slowenische Untersteiermark gehörte, 2043 Mautmühlen, 4332 Hausmühlen, 1206 Stampfen und 1190 Sägewerke. Noch bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg waren die meisten von ihnen in Betrieb.

Durch die allgemeine Elektrifizierung auch in abgelegenen Gebieten, durch veränderte betriebswirtschaftliche Überlegungen und durch vermehrte Entstehung von Groß- und Handelsmühlen wurden bis zum Ende der 60er Jahre nahezu alle Kleinmühlen in unserer Region stillgelegt. Der Verfall ließ nicht auf sich warten.

Müller nütze Deine Zeit, überehrlich Treu' und Redlichkeit. Einst steht auch Deine Mühle still, wann Gott der Herr es eben will. Da in der Technik Traditionspflege über lange Zeit eher klein geschrieben wurde, erfolgte erst in den letzten Jahren eine Rückbesinnung auf die kulturhistorische Bedeutung in unserem Land. Der Schloßberger Wanderweg gibt die Möglichkeit, an historsichen Mühlenstandorten, aber auch anhand von wieder- oder neuerrichteten Mühlen, einen Einblick in die Technik und Geschichte des Kornmahlens zu bekommen.

Tausende von kleinen Mühlen prägen in Österreich noch um die Jahrhundertwende das Gesicht unserer Landschaft. Sie waren lebensnotwendig für die Versorgung ihrer Betreiber, deren Umland und ganzer Regionen. Haus- oder Hofmühlen waren Teil eines Anwesens und dienten ausschließlich der Selbstversorgung mit Mahlgut. Sie stellten den Ursprung des Mühlengewerbes dar.

Handelsmühlen kaufen Getreide an und verkaufen Schrot und Mehl. Heute wird außerdem mit Spezialsorten aus Großmühlen und mit Futtermitteln gehandelt.

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